Nährstoffe in der Stillzeit 

Nährstoffe in der Stillzeit 

Auch in der Stillzeit besteht ein erhöhter Bedarf an Makro- und Mikronährstoffen. Anders als in der Schwangerschaft dienen die zusätzlichen Nährstoffe nun vor allem der Produktion der Muttermilch, die das Neugeborene mit Energie und lebenswichtigen Nährstoffen versorgt.  Die Entwicklung von Organen, Nervensystem, Immunsystem und Blutbildung ist noch nicht abgeschlossen. Die ersten 1-2 Lebensjahre sind entscheidend für eine gesunde Entwicklung des Kindes. Außerdem ist auch die körperliche und psychische Gesundheit der Mutter in dieser Phase besonders wichtig. Deshalb ist eine ausreichende Zufuhr von Nährstoffen besonders entscheidend. 

Nährstoffe in der Stillzeit werden benötigt für:

  • Wachstum und Entwicklung des Kindes 
  • Entwicklung von Gehirn, Nervensystem des Kindes 
  • Entwicklung von Augen und Sehfunktion 
  • Entwicklung von Organen und ihrer Funktion, insbesondere der Schilddrüse 
  • Produktion der Muttermilch
  • Entwicklung und Unterstützung des Immunsystems für Mutter und Kind 
  • Erhöhten Energie- und Stoffwechselbedarf
  • Aufbau kindlicher und mütterlicher Nährstoffspeicher 
  • Zellschutz und Schutz vor Erkrankungen 
  • Blutbildung der Mutter durch den Blutverlust 

Wie kann man dem erhöhten Nährstoffbedarf begegnen?

Gesunde Ernährung: 

Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung ist in der Stillzeit genauso wichtig wie in der Schwangerschaft. Sie ist stets die Basis. Insbesondere zu erwähnen ist hier eine proteinreiche Kost zur Unterstützung der Milchproduktion. 

Nahrungsergänzung:

Ist auch in der Stillzeit sehr sinnvoll, weil eben auch hier ein deutlicher Mehrbedarf an Mikronährstoffen besteht, der über Ernährung nicht ausreichend zu decken ist und gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind mit sich bringen kann. Viele hören leider mit dem Ende der Schwangerschaft mit der Nahrungsergänzung auf, was ein Fehler ist, denn Entwicklung und Wachstum des Kindes – ob körperlich oder geistig – werden in der Stillzeit fortgesetzt. 

Welche Mikronährstoffe sind besonders wichtig in der Stillzeit?

Folsäure (Folat)

Folsäure (Folat) spielt auch in der Stillzeit eine wichtige Rolle für die Zellteilung, das Zellwachstum und die Bildung neuer Zellen. Eine ausreichende Versorgung ist insbesondere für die Blutbildung, die Entwicklung des Immunsystems sowie für die Erneuerung von Gewebe der Mutter wichtig. Zudem wird Folat über die Muttermilch an den Säugling weitergegeben und trägt damit zu dessen Versorgung mit diesem wichtigen Mikronährstoff bei. Eine ausreichende Folatversorgung der Mutter ist daher auch während der Stillzeit von Bedeutung.

Folat trägt außerdem zur Verringerung von Müdigkeit und Erschöpfung bei.

Vorsicht: Folat ist der Folsäure vorzuziehen, da es als biologisch aktive Form vom Körper direkt genutzt werden kann und genetisch bedingte Einschränkungen im Folsäurestoffwechsel (z. B. MTHFR-Varianten) umgeht. 

Folgen bei Mangel:

  • Blutarmut (Anämie) und damit verbundene Müdigkeit und Erschöpfung
  • Beeinträchtigung der Zellteilung und Zellneubildung
  • Störungen der Blutbildung
  • Beeinträchtigung der normalen Funktion des Immunsystems

Jod

Jod ist auch in der Stillzeit besonders wichtig für die Bildung von Schilddrüsenhormonen, die für die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes benötigt werden. Eine ausreichende Jodversorgung der Mutter unterstützt insbesondere die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem sowie das Wachstum des Säuglings. Vor allem hat sie Einfluss auf die Intelligenz des Kindes. 

Gleichzeitig benötigt die Mutter während der Stillzeit weiterhin ausreichend Jod, da Jod über die Muttermilch an den Säugling weitergegeben wird und damit einen wichtigen Beitrag zu seiner Jodversorgung leistet.

Eine ausreichende Jodversorgung ist daher sowohl für die Schilddrüsenfunktion der Mutter als auch für die Entwicklung des Säuglings von Bedeutung.

Folgen bei Mangel:

  • Beeinträchtigung der Entwicklung des Gehirns und Nervensystems des Säuglings. Ein ausgeprägter Jodmangel kann die geistige und körperliche Entwicklung beeinträchtigen. Eine große Studie aus England bewies: Schon leichter Jodmangel kann Auswirkungen auf den IQ (Intelligenzquotient) des Kindes haben. In den schlimmsten Fällen kann es zu geistigen Störungen bis hin zu Schwerhörigkeit und Sprachstörungen kommen. Diese Störungen können sich auch bis in die Pubertät noch bemerkbar machen. 
  • Wachstums- und Entwicklungsstörungen
  • Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion bei der Mutter und beim Säugling
  • Erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Schilddrüsenvergrößerung bei länger bestehendem Jodmangel

Omega 3 Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren (DHA, EPA) sind auch in der Stillzeit wichtig für das Nervensystem. Allein DHA macht etwa 40 % der Fettsäuren im Gehirn aus. DHA und EPA sind weiterhin an der Entwicklung der Gehirn- und Nervenzellenbeteiligt. Insbesondere in den ersten Lebensmonaten wird das Gehirn des Kindes intensiv weiterentwickelt. Die schützenden Hüllen jeder Nervenzelle enthalten Omega-3-Fettsäuren. Außerdem sind sie an der Produktion von Botenstoffen des Gehirns (Neurotransmittern) beteiligt. Diese unterstützen die Intelligenz, komplexe Gehirnfunktionen wie Lesen und Rechnen, Sprachentwicklung und das Sozialverhalten des Kindes.

DHA ist zudem für eine gesunde Entwicklung des Gehirns und Nervensystems des Kindes verantwortlich. Außerdem verbessert es die Sehfunktion und ist maßgeblich an der Entwicklung des Immunsystems beteiligt.

Wichtig: Der DHA-Gehalt der Muttermilch hängt wesentlich von der Omega-3-Versorgung der Mutter ab. Das Kind wird über die Muttermilch mit DHA versorgt. Bei einer unzureichenden Versorgung der Mutter kann daher auch die DHA-Versorgung des Kindes geringer sein. Daher ist insbesondere in der Stillzeit auf eine ausreichende Omega-3-Zufuhr zu achten.

Folgen bei Mangel:

  • Ungünstige Entwicklung des Kindes: Eine unzureichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren kann die Entwicklung des Gehirns und Nervensystems beeinträchtigen: Wachstumsstörung, Konzentrationsstörung, Verhaltensstörung (z. B. Hyperaktivität) und Beeinträchtigung der Gehirnentwicklung, Risiko und Schwere für ADHS durch unzureichenden Gehirnaufbau mit Fett
  • Ungünstiger Wochenbettverlauf für die Mutter: Eine unzureichende Omega-3-Versorgung kann sich auch auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mutter auswirken: häufiger Depressionen und Erkrankungsentwicklung. 
  • Geschwächtes Immunsystem: erhöhte Allergieneigung, erhöhte Infektneigung und Unverträglichkeit bei Mutter und Kind. Außerdem ist das Risiko für die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen und chronisch-entzündlichen Erkrankungen erhöht.

Wenn die Mutter keinen ausreichenden Omega-3-Index hat, dann hat das Kind über die Muttermilch noch weniger DHA zur Verfügung. Nach der Schwangerschaft sollte die Einnahme daher nicht beendet werden. Auch in der Stillzeit wird die Gehirnstruktur des Kindes weiter aufgebaut. Daher muss die Mutter auf eine ausreichende Zufuhr achten.

Vitamin D

Vitamin D hilft dem Gehirn dabei, sich richtig zu vernetzen. Es unterstützt das Wachstum von Nervenzellen und trägt dazu bei, dass wichtige Botenstoffe wie Dopamin und Serotonin normal gebildet werden. Dadurch spielt Vitamin D eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Gehirns.

Außerdem spielt es eine wichtige Rolle für die Entwicklung und Mineralisierung von Knochen und Zähnen, für die Muskelfunktion und trägt zur besseren Funktion des Immunsystems bei. Nicht nur beim Kind, sondern auch bei der Mutter.

Vitamin D wird über die Muttermilch an das Kind weitergegeben und trägt damit auch zur Vitamin-D-Versorgung des Säuglings bei. Eine ausreichende Versorgung der Mutter ist daher auch in der Stillzeit wichtig.

Folgen bei Mangel:

  • Verminderte Mineralisierung der Knochen und Zähne
  • Entwicklungsstörung des Nervensystems
  • Geschwächtes Immunsystem für Mutter und Kind, erhöhtes Risiko für Allergien, Asthma und Autoimmunerkrankungen wie z. B. Diabetes Typ 1 beim Kind
  • Erkrankungen der Mutter: Vitamin-D-Mangel kann sich auch auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mutter auswirken

Auch nach der Schwangerschaft sollte daher auf eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung geachtet werden, da sich das Gehirn, Nervensystem, Knochen und Immunsystem des Kindes auch während der Stillzeit weiterentwickeln.

Cholin

Cholin ist auch in der Stillzeit besonders wichtig für die Entwicklung des Gehirn- und Nervensystems des Kindes. Es ist an der Produktion von Botenstoffen des Gehirns (Neurotransmitter) beteiligt, die z. B. für Gedächtnis und Lernenwichtig sind. In Studien hatten Kinder später eine bessere Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit.

Es dient außerdem als Baustein für Zellmembranen (Außenschicht der Zellen, insbesondere von Nervenzellen) und ist an wichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt.

Cholin wird über die Muttermilch an das Kind weitergegeben und trägt damit zur Versorgung des Säuglings bei. Gerade in den ersten Lebensmonaten, in denen sich das Gehirn und Nervensystem besonders schnell entwickeln, ist eine ausreichende Cholinversorgung daher wichtig.

Folgen bei Mangel:

  • Entwicklungsstörung insbesondere des Nervensystems: Vor allem im Bereich Gedächtnis, Lernen und Aufmerksamkeit
  • Beeinträchtigte Entwicklung von Gehirn und Nervensystem
  • Beeinträchtigte Entwicklung von Organen und Geweben

Auch nach der Schwangerschaft sollte die Cholineinnahme daher nicht beendet werden. Das Gehirn und Nervensystem des Kindes entwickeln sich auch in der Stillzeit intensiv weiter. Daher sollte die Mutter weiterhin auf eine ausreichende Cholinzufuhr achten.

Magnesium 

Magnesium unterstützt die Muskeln und kann Muskelkrämpfe bei der Mutter hemmen. Außerdem ist es wichtig für das Nervensystem, an der Energieversorgung beteiligt und sorgt für den Erhalt von Knochen und Zähnen – sowohl bei der Mutter als auch beim Kind. Außerdem trägt es zur Zellteilung und zum Wachstum des Kindes bei.

Magnesium wird über die Muttermilch an das Kind weitergegeben und trägt damit zu dessen Versorgung bei. Gerade in der Stillzeit ist daher eine ausreichende Magnesiumversorgung der Mutter wichtig. Auch die Mutter benötigt Magnesium weiterhin für die normale Muskelfunktion, das Nervensystem und den Energiestoffwechsel.

Folgen bei Mangel:

  • Kind: Wachstums- und Entwicklungsstörungen
  • Mutter: Wadenkrämpfe, Muskelverspannungen, Kribbeln, Herzrasen bis hin zu Herzrhythmusstörungen, Müdigkeit und Schwäche
  • Beeinträchtigung des Nervensystems: Magnesium ist für die normale Funktion des Nervensystems wichtig
  • Beeinträchtigung der Muskelfunktion: Ein Mangel kann zu einer erhöhten Neigung zu Muskelkrämpfen und Muskelverspannungen führen

Auch nach der Schwangerschaft sollte daher auf eine ausreichende Magnesiumversorgung geachtet werden, da Mutter und Kind auch während der Stillzeit einen entsprechenden Bedarf haben.

Eisen

Eisen ist auch in der Stillzeit besonders wichtig, weil der Körper ausreichend Sauerstoff transportieren muss. Außerdem ist es an der Blutbildung beteiligt und sorgt für Kraft, Stärke und Energie der Mutter und damit auch für die Versorgung des Kindes.

Gerade nach der Entbindung kann die Mutter durch den Blutverlust während der Geburt und die anschließende Wochenbettblutung (Lochien) viel Blut und damit auch viel Eisen verlieren. Dadurch kann sich ein bestehender Eisenmangel verstärken oder neu entstehen. Besonders nach einer stärkeren Blutung bei der Geburt ist daher auf eine ausreichende Eisenversorgung zu achten und der Eisenstatus zu kontrollieren. Hierfür sollte der Ferritinspiegel (Eisenspeicher) und Hämoglobin-Spiegel im Verlauf überprüft werden, um eine Eisenmangelanämie vorzubeugen bzw. rechtzeitig zu erkennen. 

Eine ausreichende Eisenversorgung ist wichtig für die neurologische Entwicklung des Kindes und die Funktion des Immunsystems. Auch nach der Geburt benötigt das Kind Eisen für die weitere Entwicklung von Gehirn und Nervensystem.

Folgen bei Mangel:

  • Blutarmut (Eisenmangelanämie): Eine Eisenmangelanämie kann die Sauerstoffversorgung des Körpers beeinträchtigen und damit die Leistungsfähigkeit und Energie der Mutter vermindern und sich in Herzrasen, Kurzatmigkeit, Energielosigkeit, Müdigkeit, Schwäche, Kopfschmerzen, Schwindel und Haarausfall äußern. 
  • Erhöhte Infektanfälligkeit bei Mutter und Kind 
  • Beeinträchtigte Entwicklung des Kindes: unzureichende Gehirn- und Nervensystementwicklung, Entwicklungs- und Wachstumsverzögerungen

Gerade nach der Entbindung und während des Wochenbetts sollte daher auf eine ausreichende Eisenversorgung geachtet werden. Bei stärkerem Blutverlust oder bereits niedrigen Eisenspeichern in der Schwangerschaft ist eine Kontrolle des Ferritin- und Hämoglobinwertes besonders wichtig. Zielwerte sollten hierfür sein: Ferritinspiegel (Eisenspeicher, Ziel > 70 ng/mL) und Hämoglobin-Spiegel (Ziel > 12,0 g/dl). 

B-Vitamine 1-12 

Die B-Vitamine sind auch in der Stillzeit besonders wichtig, weil sie gemeinsam zahlreiche Prozesse unterstützen, die für die Zellteilung, Blutbildung, Energieversorgung und vor allem für die Entwicklung des Nervensystemsbenötigt werden. Die gleichzeitige Einnahme der B-Vitamine (B1–B12) ist dabei sehr wichtig, weil sie synergistische Effekte haben, d. h. sie arbeiten in vielen Stoffwechselwegen eng zusammen und ergänzen sich gegenseitig.

Während der Stillzeit benötigt die Mutter weiterhin ausreichend B-Vitamine für die eigene Energieversorgung, die Blutbildung und das Nervensystem. Gleichzeitig werden verschiedene B-Vitamine über die Muttermilch an das Kind weitergegeben und sind damit für dessen Wachstum und Entwicklung wichtig.

Folgen bei Mangel:

  • Beeinträchtigte Entwicklung von Gehirn und Nervensystem des Kindes
  • Erschöpfung und Muskelschwäche bei Mutter und Kind
  • Beeinträchtigte Zellteilung: Wachstums- und Entwicklungsstörungen des Kindes
  • B12-Mangel: Blutarmut und damit verbundene Symptome wie Herzrasen, Kurzatmigkeit, Schwäche und Müdigkeit sowie neurologische Symptome (Kribbeln, Taubheitsgefühl, Schwäche) bei der Mutter und Beeinträchtigungen der neurologischen Entwicklung beim Kind
  • B6-Mangel: Reizbarkeit, Müdigkeit und Schwäche der Mutter
  • B2-Mangel: Hautentzündungen und Schleimhautveränderungen
  • Beeinträchtigte Energieversorgung: Müdigkeit, Erschöpfung und verminderte Leistungsfähigkeit bei der Mutter

Gerade in der Stillzeit sollte daher auf eine ausreichende Versorgung mit allen B-Vitaminen geachtet werden, da Mutter und Kind diese für zahlreiche wichtige Stoffwechselprozesse benötigen.

Vitamin C

Vitamin C stärkt das Immunsystem und ist wichtig für die Kollagenbildung, die das Bindegewebe (Haut, Blutgefäße, Knorpel, Knochen) bei der Mutter und beim Kind gebraucht wird. Es unterstützt zudem die Wundheilung und verbessert die Aufnahme von Eisen, was gerade nach der Geburt und bei einem erhöhten Eisenbedarf hilfreich ist. Außerdem trägt es zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei.

Gerade nach der Entbindung ist Vitamin C wichtig für die Wundheilung und den Aufbau und Erhalt des Bindegewebes. Über die Muttermilch wird Vitamin C an das Kind weitergegeben und trägt damit auch zu dessen Versorgung bei.

Folgen bei Mangel:

  • Kind: verzögerte Gewebe- und Knochenentwicklung, geschwächtes Immunsystem
  • Mutter: Müdigkeit und Schwäche, verzögerte Wundheilung, geschwächtes Bindegewebe
  • Beide: verstärkte Blutarmut durch Eisenmangel und geschwächtes Immunsystem
  • Beeinträchtigte Wundheilung: insbesondere bei der Mutter nach der Entbindung kann ein Vitamin-C-Mangel die Wundheilung beeinträchtigen.
  • Erhöhte Infektanfälligkeit: Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.

Eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung ist daher auch in der Stillzeit wichtig – sowohl für die Erholung und Regeneration der Mutter nach der Geburt als auch für die Versorgung des Kindes über die Muttermilch.

Zink 

Zink spielt eine zentrale Rolle bei Zellteilung und Wachstum, weshalb es für die Entwicklung praktisch aller Organe des Kindes wichtig ist. Daher besteht auch in der Stillzeit ein erhöhter Bedarf. Zink unterstützt außerdem das Immunsystem, die Wundheilung und den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress.

Gerade nach der Entbindung ist Zink für die Wundheilung und Regeneration der Mutter wichtig. Zink wird über die Muttermilch an das Kind weitergegeben und trägt damit zu dessen Wachstum und Entwicklung sowie zur Funktion des Immunsystems bei.

Folgen bei Mangel:

  • Kind: Wachstums- und Entwicklungsstörungen
  • Geschwächtes Immunsystem für beide: Erhöhte Infektanfälligkeit, Allergien und Asthma-Entwicklung
  • Hautveränderungen: Schlechte Wundheilung, Ekzeme
  • Beeinträchtigte Wundheilung: insbesondere bei der Mutter nach der Entbindung
  • Beeinträchtigte Zellteilung und Wachstum: Eine unzureichende Zinkversorgung kann die normale Entwicklung des Kindes beeinträchtigen.

Eine ausreichende Zinkversorgung ist daher auch in der Stillzeit wichtig – sowohl für die Regeneration der Mutter nach der Geburt als auch für das Wachstum und die Entwicklung des Kindes.

Selen

Selen wirkt als Antioxidans und schützt Zellen vor oxidativem Stress. Es ist zudem wichtig für das Immunsystemund die Schilddrüsenfunktion, die sowohl für die Mutter als auch für die neurologische Entwicklung des Kindesentscheidend ist.

Auch in der Stillzeit ist eine ausreichende Selenversorgung wichtig, da Selen über die Muttermilch an das Kind weitergegeben wird und damit zu dessen Versorgung beiträgt. Gleichzeitig unterstützt Selen die Schilddrüsenfunktion und das Immunsystem der Mutter.

Folgen bei Mangel:

  • Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion für Mutter und Kind
  • Geistige und körperliche Entwicklungsstörung beim Kind
  • Geschwächtes Immunsystem: erhöhte Infektanfälligkeit sowie Entwicklung von Autoimmunerkrankungen und Allergien
  • Erhöhter oxidativer Stress: unzureichender Schutz der Zellen vor oxidativem Stress
  • Beeinträchtigung der Gesundheit der Mutter: Eine unzureichende Selenversorgung kann insbesondere die Schilddrüsenfunktion und das Immunsystem beeinträchtigen.

Eine ausreichende Selenversorgung ist daher auch in der Stillzeit wichtig – sowohl für die Gesundheit der Mutter als auch für die weitere Entwicklung des Kindes.

Vitamin K2

Vitamin K2 unterstützt den Einbau von Kalzium in die Knochen und Zähne und arbeitet dabei eng mit Vitamin D zusammen. Außerdem trägt es zur normalen Blutgerinnung bei – relevant sowohl für die Mutter als auch für das Kind.

Gerade in der Stillzeit besteht ein erhöhter Bedarf, da das Kind weiterhin wichtige Nährstoffe für den Aufbau und die Mineralisierung von Knochen und Zähnen benötigt. Gleichzeitig benötigt die Mutter Vitamin K2 für den Erhalt ihrer eigenen Knochen und eine normale Blutgerinnung. Vitamin K wird über die Muttermilch an das Kind weitergegeben.

Folgen bei Mangel:

  • Erhöhte Blutungsneigung bei Mutter und Kind mit Risiko von Blutungen
  • Gestörte Mineralisierung von Knochen und Zähnen beim Kind
  • Bei der Mutter: verminderte Knochendichte und vermehrte Verkalkung in Blutgefäßen
  • Beeinträchtigung der normalen Blutgerinnung bei Mutter und Kind

Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin K2 ist daher auch in der Stillzeit wichtig – sowohl für die Knochen- und Zahnentwicklung des Kindes als auch für den Erhalt der Knochen und die normale Blutgerinnung der Mutter.

Vitamin E

Vitamin E ist ein wichtiges Antioxidans und trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Dies ist insbesondere bei den hohen Stoffwechsel- und Wachstumsprozessen während der Stillzeit von Bedeutung.

Vitamin E wird über die Muttermilch an das Kind weitergegeben und trägt damit zum Schutz der Zellen und zur Versorgung des Kindes bei. Gleichzeitig unterstützt Vitamin E die Mutter beim Schutz ihrer eigenen Zellen vor oxidativem Stress.

Folgen bei Mangel:

  • Fehlender Schutz der Zellen vor oxidativem Stress mit Schäden an Zellen
  • Störung der Immunfunktion: erhöhte Infektanfälligkeit, Allergien und Asthma-Entwicklung
  • Beim Kind: neurologische Störungen und Muskelschwäche
  • Bei der Mutter: Muskelschwäche und erhöhte Anfälligkeit für oxidativen Zellstress

Eine ausreichende Vitamin-E-Versorgung ist daher auch in der Stillzeit wichtig – sowohl für die Mutter als auch für die Entwicklung und den Zellschutz des Kindes.

Biotin 

Biotin unterstützt den Energiestoffwechsel und trägt zur Erhaltung von Haut und Haaren bei. Auch in der Stillzeit ist eine ausreichende Versorgung wichtig, da der Körper der Mutter weiterhin einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen für die eigene Regeneration und die Versorgung des Kindes hat.

Biotin wird über die Muttermilch an das Kind weitergegeben und trägt auch beim Kind zur normalen Funktion von Haut und Haaren sowie zum Energiestoffwechsel bei.

Folgen bei Mangel:

  • Müdigkeit und Schwäche
  • Haarausfall
  • Hautausschlag, trockene Haut, brüchige Nägel
  • Beeinträchtigung des Energiestoffwechsels und damit verbundene Erschöpfung