Ramadan steht vor der Tür und ist ein idealer Zeitpunkt, um an ungesunden Essgewohnheiten zu arbeiten.
Immer mehr bestätigt sich, dass die meisten Erkrankungen mit unserem ungesunden Lebensstil zu tun haben. An erster Stelle ist unsere Ernährung dafür verantwortlich. Bereits Hippokrates, der Begründer der Medizin, sagte: “Der gesunde Darm ist die Wurzel aller Gesundheit!“ oder auch „Alle Krankheiten haben ihren Ursprung im Darm“. Auch in der Sunna finden wir ähnliche Aussagen wie „Der Bauch ist der Sitz der Krankheiten“
Unser Körper ist eine Verantwortung, eine Amana, die uns Allah gegeben hat. Und daher müssen wir auch Dinge tun, die ihm wohltuen. Insbesondere im Ramadan, wo wir uns bemühen Allah nahe zu sein, können wir mit solchen Tipps ebenso Allah nahe kommen, weil wir an unserer Gesundheit arbeiten, dem teuersten Gut nach unserem Iman. Welche Tipps kann ich euch mitgeben?
1. Auf Zucker verzichten oder reduzieren. Langfristig führt ein hoher Konsum zu Erkrankungen wie Insulinresistenz, Diabetes, Fettleber, chronischen Entzündungen, einer schlechten Darmflora und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Wenn du gar nicht darauf verzichten kannst, versuch wenigstens den Konsum zu minimieren. Wichtig ist dann hierbei zu achten, dass du die Süßigkeit direkt nach dem Iftar zu dir nimmst, das ist besser für deinen Zuckerhaushalt.
2. Weg mit den Süßgetränken! Bitte verbannt wenigstens alle Süßgetränke von eurem Tisch. Apfelsaft oder Cola haben umgerechnet 35 Zuckerwürfel in einem 1 Liter. Es ist auf Dauer Gift für euren Körper. Ersetzt es mit Wasser oder Mineralwasser, selbst wenn ihr Menschen zu euch nach Hause einlädt und das „dazugehört“ – nein wir sollten auch diesbezüglich vielleicht in unseren Kreisen vielleicht einen Meilenstein setzen.
3. Fleischkonsum bitte drastisch reduzieren. Ihr müsst bitte nicht jeden Tag Fleisch auf dem Tisch haben. Im Fleisch enthaltenen gesättigten Fettsäuren können zu hohen Cholesterinwerten führen, dies wiederum begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mein Tipp Fisch statt Fleisch, am besten 1-2 x die Woche. Fisch ist bekannt dafür, dass es Entzündungen im Körper reduziert, positiv auf Herz-Kreislauf-System, Gehirn, Nerven und Immunsystem ist. Oder mit einer Gemüse Mahlzeit ersetzt.
4. Gemüse zu beiden Mahlzeiten: Zu Sahur könnt ihr beispielsweise Gurken, Tomaten, Paprika, Avocado essen, abends zum Iftar die Gemüsevielfalt an unterschiedlichen Tagen einsetzen: mal Aubergine, mal Zucchini, Brokkoli, Blumenkohl, Kartoffel, Porree etc. da sind keine Grenzen gesetzt. Gerne mit Zwiebel und Knoblauch und Gewürzen kombinieren, denn sie sind sehr positiv für euer Immunsystem und haben eine antimikrobiellle Wirkung.
5. Bitte langsam Kauen: Es fällt uns allen schwer dies in unserem stressigen Alltag zu integrieren, aber wenigstens sich immer wieder Mühe geben. Das ist sehr wichtig für unsere Darmgesundheit. Die Verdauung beginnt im Mund. Es befinden sich wichtige Enzyme im Mund, die durch das Kauen mit dem Nahrungsbrei sich vermischen und das kann im unteren Magen-Darm-Trakt besser verarbeitet werden. Auch können hierdurch Nährstoffe besser vom Körper aufgenommen werden, es ist nicht verwunderlich, warum so viele Menschen einen Nährstoffmangel haben. Langsames Kauen fördert ein früheres Sättigungsgefühl. Ein bewusstes Kauen beruhigt, reduziert auch Stress und lässt das Essen als Genuss erleben. Auch Magen-Darm-Beschwerden werden drastisch reduziert. Bestimmte Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes wie die SIBO – eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms – werden damit in Verbindung gebracht.
6. Gerichte wenig, aber frisch kochen – keine verarbeiteten Produkte und bitte auch kein Fastfood. Es ist mal okay, dass ihr es isst. Aber es sollte definitiv zu viel und vor allem nicht täglich sein. Wenn ihr selbst kocht, müsst ihr nicht zu viel auf dem Tisch haben. Lieber wenig kochen und genießen und den Magen-Darm-Trakt vor Überflutung schonen, anstatt später, während des Tarawih Gebets bereuen, warum man wieder so viel gegessen hat. Wie heißt es so schön im Quran: „Esset und Trinkt, aber seid nicht maßlos. ER liebt nicht die Maßlosen“ (7:31) oder in einer Aussprache des Propheten, Segen und Frieden sei auf ihm: „Der Stamm Adams füllt kein Gefäß schlimmer als ihren Magen. Wenn möglich sollte, ein Drittel für Speise, ein Drittel für Wasser und ein Drittel für Atem lassen“ (Al-Tirmidhi)
7. Ersetzt euer Brot mit Vollkorn! Bei den meisten Brotsorten steht in der Zutatenliste an erster Stelle Weizenmehl, selbst wenn sie dunkelbraun erscheinen, das sind nämlich oft unnötige Farbstoffe. Das ist eine reine Masche der Industrie etwas gesund scheinen zu lassen. Vollkornprodukte liefern wichtige Nährstoffe und Ballaststoffe. Weizenmehl hingegen ist stark verarbeitet, nährstoffarm und lässt den Blutzucker schnell ansteigen. Ich weiß Ramadan Pide Brot steht bei den meisten auf dem Tisch, aber dann bitte nicht jeden Tag. Ihr tut euren Körper definitiv keinen Gefallen damit.
Das sind aus meiner Sicht die 7 wichtigsten Tipps. Selbst wenn ihr euch 1 Tipp vornimmt und nach Ramadan umsetzt, ist das viel wert! Ich würde euch auch empfehlen nicht alle Tipps gleichzeitig zu machen. Eine Ernährungsumstellung ist keine Diät und benötigt Zeit und kleinere Schritte sind häufig nachhaltiger. Lest gerne auch meinen Beitrag zu Ernährung im Ramadan.
Ich wünsche euch gutes Gelingen und einen gesegneten Ramadan!
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